Unsere Gesellschaft im Sinne C.G. Jungs erforscht,


  • Wege, wie innere Reifungsarbeit (Individuation, wie C.G. Jung diesen Reifungsprozess nannte) erfahren und gefördert werden kann. Sie gilt als wichtige Voraussetzung für das friedliche Zusammenleben in den persönlichen Beziehungen sowie in der Gesellschaft.  


 „C.G. Jung beobachtete zwischen dem Bewussten und dem Unbewussten einen uns eingeprägten schöpferischen Wandlungsprozess, den er Individuationsprozess nannte. Das Ziel dabei ist unter anderem, uns mit der zutiefst eingeprägten Liebesfähigkeit zu verbinden, unser Talent zu entfalten und uns in einem fruchtbaren Austausch mit der Welt einzubringen.“ (Ute Karin Höllrigl, 2011) 


  • wie die Arbeit zur Bewusstwerdung des Unbewussten gefördert werden kann - insbesondere die Bewusstwerdung und Wandlung der eigenen, individuellen Schatten und der damit verbundenen Affekte. Eng damit in Verbindung steht das Suchen nach Wegen der Bewusstwerdung kollektiver Schatten und deren Wandlung


Der Frieden kann nur dann zum echten Frieden werden, irgendwann später, wenn jedes Individuum den Frieden in sich selbst findet und den Haß gegen die Mitmenschen, gleich welcher Rasse oder welchen Volkes, in sich ausrottet, besiegt und zu etwas verwandelt, das kein Haß mehr ist, sondern auf weite Sicht vielleicht sogar zu Liebe werden könnte”

(Etty Hillesum; Tagebuch, 20. Juni 1942)



Die eigene Dunkelheit zu kennen, ist die beste Methode, um mit Schattenseiten anderer Menschen umzugehen.” (C.G. Jung)

Das Böse ist bestimmende Wirklichkeit geworden. Es kann nicht mehr durch Umbenennung aus der Welt geschafft werden. Wir müssen lernen, damit umzugehen, denn es will mittleben. Wie das ohne größten Schaden möglich sein sollte, ist vorderhand nicht abzusehen… Auf alle Fälle bedürfen wir einer Neuorientierung, d. h. einer Metanoia. Wenn man das Böse berührt, so besteht die dringende Gefahr, daß man ihm verfällt. Man darf also überhaupt nicht mehr «verfallen», auch nicht dem Guten.“ (C.G. Jung 1961)



  • wie in wichtigen Bereichen der Gesellschaft die Beziehungsfähigkeit sowie Potenziale und Talente der Menschen gefördert werden können und damit zu einer Weiterentwicklung und Wandlung bisheriger sozialer Normen beitragen. 

 

Keine unserer Kräfte, keines unserer Potentiale darf ausgespart, ausgeschlossen und abgespalten bleiben, wenn innerer und zugleich äußerer Frieden werden soll.“ (Ingrid Riedel 1999; S. 174) 


Sie (die matriarchale Frühkultur) beruhte viel weniger auf dem statischen Prinzip der Abgrenzung und Ausgrenzung, als auf dem organischen Prinzip der Verbindung und Vernetzung aller lebenden Einheiten und Zellen zu Verbänden, die die ganze damals bewohnte Welt überzogen.“ (Ingrid Riedel 1999; S. 177) 



  • wie durch die innere Arbeit destruktive Gegensätze in der Gesellschaft ausgehalten und überbrückt werden können und andere Gegensätze wie Abgrenzung und Offenheit in einer achtsamen Weise gelebt werden können. 



»Archetyp des Friedens« meint nicht den Urzustand, meint nicht Bilder eines spannungsfreien Paradieses, er meint vielmehr den Reifezustand, in dem Polaritäten umspannt und dadurch zu einer komplexen Ganzheit werden (Ingrid Riedel 1999; S. 174) 


Was uns Jungianer und Jungianerinnen auszeichnet ist die Beziehung zum Unbewussten, das wir anders als die Freudianer als ein kreatives Unbewusstes anschauen, das Menschen bei Lösungen hilft… Im Unbewussten liegen die Archetypen, die schöpferischen Möglichkeiten des Menschen, die ihm erlauben, einen Sinn in vielem zu sehen, was inneren Frieden und Sinnhaftigkeit mit sich bringt.“ (Isabelle Meier 2014)


„…Grenzsetzung und Beschränkung sind ebenso wie Offensein Voraussetzung des lebendigen Friedens. (Neumann 1958)

Doch der »Archetyp des Friedens«, wenn es denn einen solchen gibt und wenn er sich denn konstelliert, meint es anders: Nicht Rückzug und abgrenzende Verengung des Herzens schafft nach dieser Vorstellung den Frieden, sondern Weitung des Herzens, Weitherzigkeit, Großherzigkeit, die Aufnahmebereitschaft für alle Gestalten und Formen des Lebens, für die Vielfalt der Lebewesen um uns herum und die Vielfalt der Menschen selber“ (Ingrid Riedel, 1999, S. 172)